CITY MANAGEMENT

BAD LANGENSALZA

Lieblingsort: Innenstadt – 3 Jahre Citymanagement in Bad Langensalza

Interview mit Sandra Czerniak, Citymanagerin von Bad Langensalza – 3 Jahre im Amt: Ein Rückblick und Ausblick

Redaktion: Frau Czerniak, am 1. Dezember 2024 feiern Sie Ihr dreijähriges Jubiläum als Citymanagerin von Bad Langensalza. Wie blicken Sie auf diese Zeit zurück, und welche Herausforderungen sehen Sie aktuell?

Sandra Czerniak: Die letzten drei Jahre waren intensiv, geprägt von Herausforderungen und spannenden Entwicklungen. Die Pandemie hatte Händler und Gastronomen stark getroffen, doch ich erlebte auch den Ideenreichtum und die Resilienz unserer Stadtgesellschaft. Es war bereichernd zu erleben, wie man gemeinsam Tradition und Innovation verbinden kann, um unsere Innenstadt durch unterschiedliche Formate und gemeinsame Projekte zu stärken. Aktuell bleibt der Strukturwandel im Einzelhandel eine zentrale Aufgabe. Onlinehandel setzt lokale Läden weiterhin unter Druck, und auch der Fachkräftemangel ist spürbar. Gleichzeitig müssen wir Bad Langensalza als attraktiven Wohn- und Arbeitsort, besonders für junge Menschen und Familien, weiterentwickeln.

Redaktion: Welche Projekte waren für Sie in diesen drei Jahren besonders prägend?

Sandra Czerniak: Ein Herzstück meiner Arbeit und ein besonderer Erfolg war die Einführung der Bad Langensalza CARD. Den Stadtgutschein haben wir vor genau zwei Jahren eingeführt. Mittlerweile ist er nicht nur als Geschenkidee beliebt, sondern er unterstützt auch lokale Betriebe und die hält Kaufkraft in der Stadt. Besonders wichtig waren natürlich auch Aktionen wie die Leerstandskampagne „KleinstadtPotenzial“, mit der wir neue Nutzungen für leerstehende oder leerstandsbedrohte, innenstadtrelevante Gewerbeimmobilien gefunden haben. Durch kreative Ansätze wie „Eisdieler*in gesucht!“ für das Eiscafé am Neumarkt 7 und „ErsatzRAD gesucht!“ als Nachfolgersuche für das Fahrradgeschäft Salza Bike in der Mühlhäuser Straße konnten wir Aufmerksamkeit für dieses Thema schaffen​.

Redaktion: Bad Langensalza lebt auch von kreativen Mitmachaktionen. Welche Formate waren für Sie besonders erfolgreich?

Sandra Czerniak: Absolut, Mitmachaktionen und Beteiligungsformate sind ein zentraler Bestandteil meiner Arbeit. Hier haben wir in den drei Jahren tatsächlich schon einiges umgesetzt. Beispielsweise den Frühjahrsputz Innenstadt, bei dem Gewerbetreibende, Anwohner, Schulen und Kitas gemeinsam aktiv werden, oder die Street-Art-Aktion „Verflixt & Zugebommelt!“, bei der wir letztes Jahr 22 Bäume mithilfe von bürgerlichem Engagement in der Innenstadt bunt bestrickt haben. Die Talentshow „Bad Langensalza zeigt sich!“ hingegen bot lokalen Talenten eine Bühne beim Grünen Innenstadtfest, und der Kinderflohmarkt „Schnickschnack & Firlefanz“ zum Weltkindertag war jedes Jahr ein Highlight mit wachsender Nachfrage. Aber auch das Anwohnerprojekt in der Steingrubenstraße, bei dem Ideen zur Straßengestaltung gemeinsam entwickelt wurden, stärkte die Identifikation der Menschen mit ihrer Stadt.

Redaktion: Wie sehen Sie die Zukunft der Innenstadt und welche Ziele verfolgen Sie?

Sandra Czerniak: Die Innenstadt soll ein lebendiger Ort der Begegnung bleiben. Mit der Open-Air-Konzertreihe „BaLaTon – SummAIR in the City“, die 2024 sehr erfolgreich gestartet ist, und unserer aktuellen Kampagne für den Wochenmarkt setzen wir darauf, die Altstadt als Erlebnisraum weiterzuentwickeln.

Redaktion: Netzwerkarbeit spielt eine zentrale Rolle in Ihrer Arbeit. Wie wichtig sind Netzwerke für die Entwicklung von Bad Langensalza?

Sandra Czerniak: Netzwerke sind essenziell. Ohne die Zusammenarbeit mit Vereinen, Institutionen, Unternehmen und engagierten Privatpersonen wären viele Angebote, Aktionen und Events nicht möglich. Ein Beispiel ist die Kooperation mit dem Gewerbeverein. Allein in den letzten drei Jahren haben wir gemeinsam neun verkaufsoffene Sonntage und die dazugehörigen Veranstaltungen wie den Stollen- und Pfefferkuchenmarkt organisiert. Man kann in solchen Fällen nur gegenseitig von Know-How und Man- (oder Woman-)Power profitieren. Aber auch überregional sind Netzwerke wie die Initiative „Innenstädte erfolgreich machen“ oder das Aktionsbündnis „Innenstädte mit Zukunft“ auf Landesebene für uns wertvolle Plattformen, um Erfahrungen und innovative Ansätze auszutauschen. Der Entwurfsvorschlag des Landesförderprogramms „CityPuls“, den wir gemeinsam mit anderen Städten entwickelt haben zeigt, wie wir nachhaltige Innenstadtentwicklung vorantreiben können.

Redaktion: Wie sehen Sie die Rolle des Citymanagements in einer Stadt wie Bad Langensalza?

Sandra Czerniak: Das Citymanagement ist das Bindeglied zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Bürgern. Wir haben die Aufgabe, die Interessen aller Beteiligten zu bündeln und mit kreativen Ansätzen die Stadt voranzubringen. Es geht nicht nur um Wirtschaftsförderung, sondern auch um Lebensqualität. Somit nimmt das Citymanagement eine zentrale Rolle ein. Auch auf Landesebene ist dies mittlerweile unumstritten. Dank der Städtebauförderung über das Bund-Länder-Programm „Lebendige Zentren“ ist es Bad Langensalza möglich, überhaupt ein Citymanagement installiert haben zu können. 80% Förderquote bilden die Grundlage, dass sich die Stadt diese Stelle und auch die Umsetzung der vielfältigen Projekte leisten kann. Ein dankenswerter Umstand, wie ich finde.

Redaktion: Zum Abschluss: Was bedeutet Ihnen Bad Langensalza persönlich?

Sandra Czerniak: Bad Langensalza ist für mich eine Stadt voller Herzlichkeit und Geschichte – und vielfältiger Möglichkeiten. Ich schätze die historische Kulisse, die wunderschönen Gärten und vor allem die Menschen, die mit Herzblut und Engagement hinter ihren Ideen stehen. Ich freue mich, meinen Teil dazu beitragen zu können, diese Stadt noch lebenswerter zu machen – und ich bin gespannt, was die Zukunft bringt!

Gefördert durch:

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KleinstadtMANUFAKTUR Bad Langensalza (Citymanagement) 

ein Projekt der KTL Kur und Tourismus Bad Langensalza GmbH im Auftrag der Stadt Bad Langensalza

 
Sandra Czerniak
Citymanagerin der Stadt Bad Langensalza
 
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Mobil: +49 (0) 176 – 185 910 12
 
 
 
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